Vor gut zwei Wochen, vom 14.04. bis zum 16.04. fand die conhIT 2015 in Berlin statt, das Klassentreffen der Health-IT Hersteller in Deutschland und darüber hinaus. Die größte Veranstaltung dieser Art im deutschsprachigen Raum mit 388 Ausstellern aus 14 Ländern und über 7.000 Besuchern bot auch in diesem Jahr ein hochinteressantes und z.T. kontroverses Kongressprogramm. Zum ersten Mal gab es eine zusätzliche Halle, die sich mit MobileHealth und Internetmedizin befasste und u.a. mit dem Appcircus interessante neue Veranstaltungsformate in den etablierten Rahmen brachte.

conhIT 2015 – mobile health trifft auf Health-IT

Und doch schienen es zwei Welten zu sein und der rote Teppich, der die Hallen miteinander verband nur eine zarte erste Brücke. Noch liegen HealthIT und mobile Health weiter auseinander als den Anschein hat. Auf der einen Seite das „Establishment“ und auf der anderen „Die jungen Wilden“. Doch der Wille die Brücke auszubauen und den Dialog nicht nur zuzulassen, sondern aktiv einzufordern war da. Die Keynote mit Sascha Lobo wirkte frisch und war doch sehr ernsthaft. Es gelang ihm neue Aspekte in der Diskussion um HealthcareIT zu verankern und sein Aufruf zur Übernahme von mehr Verantwortung bei der Nutzung und Nutzbarmachung von Gesundheitsdaten und der Weiterentwicklung von IT-Unterstützung im Gesundheitswesen brachte die notwendige Bürgerperspektive, die bislang gefehlt hatte.

Bürgerperspektive fehlt noch in der HealthIT

In den vorgestellten Software-Lösungen spiegeln sich Patienten UserExperience und Bürgerperspektive noch nicht wieder. Die wenigsten etablierten IT-Hersteller beziehen Patienten und noch weniger den gesunden Bürger, aktiv in die Kommunikation mit ein. Vom Patient 2.0 im Blickpunkt der conhIT war viel zu hören, vorab in der Presse und bei den etablierten IT-Herstellern. Zu sehen gab es noch nicht wirklich viel. Sicherlich es gab Ansätze zur präoperativen Information und Aufklärung, ebenso wie die Online-Buchung von Arztterminen und die Arzt-Patienten-Kommunikation mit HealthApp aus der Praxisverwaltung heraus.
Patient 2.0 meint jedoch Patientempowerment mit digital Health – d.h. die aktive Teilnahme und transparente Information über Gesundheit und die eigene Versorgung mit Unterstützung durch auf den Patienten resp. Bürger ausgerichteten IT-Lösungen. Arzttermine können da nur der allererste Schritt sein. Vielversprechendere Ansätze bot die mobile health Zone, hier fanden sich kleinere und kleine StartUps aber auch die Verbindung von Hochschule und Markt wie z.B. auf dem NRW-Pavillon unter Beteiligung der FH Dortmund war deutlicher sichtbar.
Daneben gab es auch Impulse und Ansätze wie Patientempowerment userzentriert entwickelt werden kann – der sehr praxisorientierte Vortrag von David Detzler, Ergosign GmbH gab tiefe Einblicke in die innovative Gestaltung von Software Lösungen mit User Experience.
Die Brücke ist geschlagen, und gangbar in beide Richtungen – der Verkehr muss sich hier noch weiter verdichten und darf dabei den Bürger hinter dem Patienten nicht aus den Augen verlieren. Dann sehen wir uns mit dem Patient 3.0 auf der conhIT 2016 und werden erleben wie die Anforderungen der Patienten unser Gesundheitswesen umgestalten, jenseits von eHealth-Gesetz und etablierten Versorgungsstrukturen.

Zwei Welten – die conhIT begegnet der Internetmedizin

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